Titelschriftzug 'Der Letzte seines Standes?'
Die Blaudruckerin
aus Erfurt
Inhalt
Blaudruckerin-Bild

Im thüringischen Erfurt, ehemals ein Zentrum des Blaudruckerhandwerks und des Waidanbaus, lebt und arbeitet Sigritt Weiß, eine Blaudruckermeisterin.

Eigentlich ist ihre Berufsbezeichnung irreführend weil nicht mit Blau gedruckt wird, sondern Blau befärbt wird. Für die Arbeit benötigt die Blaudruckerin Model, das sind aus Holz und Metall gefertigte Druckstöcke. Bei dem von ihr praktizierten Reversedruck wird mit einer farbabweisenden Masse, im Fachjargon Papp genannt, das Leinen bedruckt. Nachdem diese ausgetrocknet ist wird der Stoff in einen sogenannten Sternreif eingehängt und wiederholt in den Färbebrunnen, in dem die Küpe (Farbe - gewonnen aus den grünen Teilen der Färberwaidpflanze) ist, eingetaucht. Das Muster bleibt bei der Färbung ausgespart (reserviert).

Während des abschließenden Auswaschens läßt sich die Druckmasse wieder ab und das Muster erscheint in der weißen Farbe des Stoffes.

Die Industrialisierung mit ihren maschinellen Verfahren, verdrängte das Blaudruckhandwerk nach einer Hochblüte im 19. Jahrhundert. Heute gibt es nur noch ganz wenige Meister(innen), die diese Technik beherrschen.

Interessantes

  • Über die Blaudruckerin berichtet ebenfalls noch in der Dokumentationsreihe „Historische Straßen“ die Folge 3: Die Hansestraße - von Lübeck bis Erfurt und weist dabei vor allem auf den wirtschaftlichen Aufschwung und Erfolg Erfurts durch den Handel mit Färberwaid hin.


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seit 23.02.2007