Titelschriftzug 'Der Letzte seines Standes?'
Der Glockenschweißer
aus Nördlingen
Inhalt
Glockenschweißer-Bild

Während der Dreharbeiten hat Hans Lachenmeyer die klanglich schönste und größte frei schwingende mittelalterliche Glocke Europas - die 11,5 Tonnen schwere Gloriosa vom Erfurter Dom - zur Operation in seiner Werkstatt. Sie hat einen acht Zentimeter langen Riss, könnte springen und musste deshalb in einer spektakulären Aktion am 8. Juli 2004 aus dem Turm geborgen werden.

Hans Lachenmeyer ist Senior seiner Firma, der einzigen von der Fachwelt anerkannten Glockenschweißerei der Welt im bayerischen Nördlingen. Seit über 75 Jahren nimmt man sich hier gesprungener Glocken an. 1951 erwarb Hans Lachenmeyer für diese Restaurierungsart das Patent, das der heute 68-Jährige inzwischen an seinen Sohn Thomas weitergegeben hat. Rund 3600 historisch wertvollen Glocken aus aller Welt haben die Lachenmeyers ihre Stimmen wieder zurückgegeben.

Das Kamerateam verfolgt wie die Riss-Stelle ausgesägt, die gesamte Glocke erhitzt und der Spalt mit Bronze ausgefüllt wird. Was sich so einfach anhört, sind technisch sehr komplizierte Verfahren - mit vielen Risiken. Nach tagelangem Warten kommt die Gloriosa schließlich aus dem Astbestverdeck des Ofens und wird einer ersten vorsichtigen Klangprobe unterzogen. Bis zur letzten Minute bleibt bei den Lachenmeyers ein Bangen, ob das Werk an der Gloriosa wirklich gelungen ist. Das zeigt sich erst beim Probeläuten im Turm.

Jede Glocke ist für Hans Lachenmeyer eine eigene Persönlichkeit. Jeder seiner Patientinnen läßt er eine besondere Behandlung angedeihen.



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