Titelschriftzug 'Der Letzte seines Standes?'
Der Pergamenter
aus Altenburg
Inhalt

Der Film spannt einen Bogen von Thüringen, mit der weltweit führenden Altenburger Pergament– und Trommelfell GmbH bis hin zur Stiftsbibliothek St. Gallen, wo die ältesten deutschsprachigen Pergamentschätze zu finden sind.

Pergament gilt als der Urbeschreibstoff der Menschheit. Als Resonanzhaut benutzt, verbreitet es Botschaften und Töne in allen Kulturkreisen der Welt. Protagonist des Films ist der Pergamenter Karl Fröhlich, der seit 42 Arbeitsjahren mit dem Altenburger Handwerksbetrieb verwurzelt ist. Er lässt uns mit seinen Kollegen die Fertigung feiner, weißer Schreibpergamente oder exzellenter Pauken- und Trommelfelle miterleben.

Fast alle Arbeitsgeräte stammen noch aus der Gründerzeit der Firma, 1880 / 90. Die angelieferten Felle müssen geäschert, enthaart und entfleischt werden, um dann durch Bleichen, Beizen und Entkalken zurichtfähige Blössen zu gewinnen, die dann vor der Weiterverarbeitung getrocknet werden müssen. Besonders spannend ist das Entstehen einer sogenannten hauchdünnen Goldschlägerhaut, an deren Fertigung sich seit Jahrhunderten kaum etwas geändert hat. Sie wird aus dem Bauchfell des Blinddarms einer Kuh gewonnen.

Einblicke in den ungewöhnlichen Kundenkreis der Altenburger GmbH bereichern den Film: Das Altenburger Produkt lässt sich bei einem Schweizer Kalligraphen wiederentdecken. Das wiederum führt uns zu einer Restaurierungswerkstatt nach Erfurt, wo eine Pergamentseite, die schon Martin Luther in Händen hielt, ausgebessert wird und in eine traditionsreiche Buchbinderei nach Weimar, wo sich die mit Pergament bespannten Foyertüren des deutschen Nationaltheaters für den Zuschauer öffnen.

Schließlich erleben die Zuschauer mit, wie ein Solopauker sein Instrument mit einem Altenburger Fell bespannt, das er für den berühmten Paukenpart im Bach’schen Weihnachtsoratorium in der Altenburger Brüderkirche zum Klingen bringt.



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seit 23.02.2007