Titelschriftzug 'Der Letzte seines Standes?'
Der Steinhauer
aus dem Bergischen Land
Inhalt
Steinhauer-Bild
Lange, bevor sich die industrielle Arbeit im Rheinland entwickelte, war bereits im Dorf Lindlar, im bergischen Land, ein altes Handwerk zur Tradition geworden: das Steinhauer- und Steinmetz-Gewerbe. Das vielfarbig schimmernde, 350 Millionen Jahre alte Sedimentgestein, Grauwacke genannt, eignet sich besonders gut für den Bau von sakralen Bauten, von Brücken, Häusern, Brunnen, Mauern und vielem anderen mehr. Hans-Josef Fischer arbeitet seit über fünfzig Jahren im Steinbruch. Die von ihm aus den Felswänden gebrochenen Steinblöcke behaut er ausschließlich noch von Hand nach alter Manier, wie es die Vorväter taten.

Auf die Qualität der Werkzeuge kommt es bei der Bearbeitung der Steine besonders an. Deshalb schmiedet Hans-Josef Fischer sich die Spreng- und Bossiereisen selbst. Die Kenntnis und Liebe zu seinem Werk liegt in jedem Hammerschlag, der die rohen Felsblöcke in hammerrechte Bausteine verwandelt. Qualität abzuliefern ist sein ganzes Streben und hat in den Lindlarer Steinbrüchen bis heute Tradition. Die Steinhauer gründeten schon 1706 zur Qualitätssicherung die Steinhauergilde. Doch die Arbeit im Steinbruch war auch gefährlich, in vielerlei Hinsicht. Mit der jahrelangen Tätigkeit setzte sich bei manchem der Steinstaub in der Lunge fest und machte den Steinhauern das Leben schwer. Heute gibt es diese Probleme nicht mehr. Hans Josef Fischer fühlt sich gesund und munter.

Noch ist er der Träger des alten Wissens, einer der Letzten seines Standes!

Text und Bild: Werner Kubny



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seit 23.02.2007